Unterkunft für ausländische Arbeiter - Tipps & Anforderungen

Von der Mindestausstattung bis zum Sachbezug: Alles, was Arbeitgeber über Mitarbeiterunterkünfte wissen müssen.

Eine Unterkunft anzubieten ist oft der entscheidende Faktor, ob Sie gute Arbeitskräfte gewinnen können. Gerade für Saisonarbeiter, Monteure und Mitarbeiter aus dem Ausland ist Wohnraum essenziell. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten müssen.

Warum eine Unterkunft so wichtig ist

Attraktivität als Arbeitgeber

Für polnische Arbeiter, die nach Deutschland kommen, ist die Wohnungsfrage oft das größte Hindernis. Wer Unterkunft bietet, hat einen enormen Vorteil bei der Rekrutierung.

Geringere Fluktuation

Mitarbeiter, die in Ihrer Unterkunft wohnen, sind "näher dran" - sie kommen pünktlich, können bei Engpässen einspringen und fühlen sich dem Betrieb verbunden.

Planungssicherheit

Keine bösen Überraschungen durch gekündigte Mietverträge oder Wohnungsprobleme. Sie haben die Kontrolle über die Unterbringung.

Mindestanforderungen an Unterkünfte

Achtung: Rechtliche Vorgaben

Bei Sammelunterkünften (z.B. für Saisonarbeiter) gelten Mindeststandards nach der Arbeitsstättenverordnung. Verstöße können Bußgelder und Imageschäden bedeuten!

Checkliste Mindestausstattung

Unterkunftsoptionen im Vergleich

1. Wohncontainer / Baucontainer

Vorteile: Günstig, schnell aufstellbar, flexibel

Nachteile: Begrenzte Isolation, nicht besonders wohnlich

Kosten: Ab 200-400 EUR Miete/Monat pro Container (2-4 Personen)

Ideal für: Saisonarbeit, Baustellenprojekte

2. Betriebswohnung / Monteurszimmer

Vorteile: Komfortabel, ganzjährig nutzbar, gute Bindung

Nachteile: Höhere Investition, Verwaltungsaufwand

Kosten: 300-600 EUR/Monat pro Zimmer

Ideal für: Festangestellte, längere Einsätze

3. Angemietete Wohnung

Vorteile: Flexibel, normale Wohnqualität

Nachteile: Abhängig vom lokalen Mietmarkt, Mietverträge

Kosten: Je nach Markt, 400-1.000 EUR/Monat

Ideal für: Einzelne Fachkräfte, Familien

4. Pension / Hotel

Vorteile: Sofort verfügbar, kein Verwaltungsaufwand

Nachteile: Teuer bei längerem Aufenthalt

Kosten: 40-80 EUR/Nacht

Ideal für: Kurzeinsätze, Einarbeitung, Notlösungen

Der Sachbezugswert 2026

Wenn Sie Unterkunft zur Verfügung stellen und vom Lohn einbehalten möchten, gilt der Sachbezugswert:

Sachbezugswerte 2026

Diese Werte können Sie steuerfrei und sozialversicherungsfrei vom Bruttolohn einbehalten - bis zur Höhe Ihrer tatsächlichen Kosten.

Rechenbeispiel

Sie bieten ein Mehrbettzimmer für 250 EUR/Monat. Der Mitarbeiter verdient 2.500 EUR brutto. Sie können 250 EUR Sachbezug ansetzen - der Nettolohn sinkt entsprechend, aber beide Seiten sparen Sozialversicherungsbeiträge auf diesen Betrag.

Praktische Tipps aus unserer Erfahrung

1. WLAN anbieten

Für Arbeiter, die weit von zuhause sind, ist Internetzugang extrem wichtig - für Kontakt zur Familie, Streaming, Übersetzungs-Apps. Ein kleiner Router kostet 30 EUR/Monat.

2. Kochgelegenheit ermöglichen

Polnische Arbeiter kochen gerne selbst - das spart Geld und schmeckt nach Heimat. Eine einfache Küche (Herd, Kühlschrank, Töpfe) erhöht die Zufriedenheit enorm.

3. Regeln klar kommunizieren

Hausordnung auf Polnisch! Regeln zu Besuch, Ruhezeiten, Rauchen, Sauberkeit schriftlich festhalten. Das vermeidet Konflikte.

4. Regelmäßige Kontrolle

Schauen Sie gelegentlich vorbei (mit Ankündigung!). Kleine Mängel früh beheben ist besser als große Probleme später.

5. Separate Unterkünfte für Teams

Wenn möglich: Teams zusammen unterbringen, aber nicht zu viele Personen mischen. Bekannte Gruppen funktionieren besser als Zufallszusammenstellung.

Häufige Fehler vermeiden

Unser Tipp

Fragen Sie uns - wir kennen die Erwartungen unserer Kandidaten und können einschätzen, ob Ihre Unterkunft attraktiv ist. Manchmal reichen kleine Verbesserungen!

Daniel Bala

Daniel Bala

Geschäftsführer von SelfDevelopment. Er berät Unternehmen regelmäßig zu Unterkunftsfragen und weiß, was polnische Arbeitnehmer sich wünschen.

Fragen? Schreiben Sie uns!